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Kurs C: Das Bauhaus – Bewertung eines Mythos

Kursleitung: Dr. Ulrike Bestgen, Klassik Stiftung Weimar

> Detailliertes Kursprogramm

Spricht man über das Bauhaus, muss man sich klarmachen, dass es nicht nur ein Bauhaus, sondern immer mehrere »Bauhäuser« in der öffentlichen Diskussion gegeben hat und immer noch gibt. Das historische Bauhaus ist heute Gegenstand der Kunstgeschichtsschreibung, der Erforschung von Design- oder Architekturentwicklung. Eine Sozialgeschichte des Bauhauses steht noch aus wie auch die politische Geschichte der Schule einer vertieften Aufarbeitung bedarf. Viele der am Bauhaus hergestellten Produkte und vor allem sein Name sind Teil einer differenzierten Vermarktungs- und Verwertungsstrategie, seine architektonischen und musealen Zeugnisse in den sammlungsführenden Häusern und Museen in Weimar, Dessau und Berlin stellen vielgerühmte Ziele der profitablen Tourismusindustrie dar. Mit den reichhaltigen Veranstaltungsangeboten rund um das neunzigjährige Jubiläum des Bauhauses 2009 erreichte diese Entwicklung nunmehr einen Höhepunkt.

Die ursprünglichen Ziele der im April 1919 in Weimar gegründeten Schule waren hingegen anderer Natur. Das Bauhaus suchte nach neuen Wegen, um sowohl kulturell als auch sozial Antworten auf die rapide anwachsende, arbeitsteilige Industriegesellschaft zu finden. Nachdem der euphorische Glaube an die alles heilenden Kräfte des Ersten Weltkrieges erloschen waren, war es gerade die bildende Kunst und das Handwerk, über die das junge Bauhaus nach Ansätzen für eine neue Welt forschte. Schon 1923 änderte Walter Gropius, Gründungsdirektor des Bauhauses, die Ausrichtung der Schule und formulierte das Motto „Kunst und Technik – eine neue Einheit“, das bis dato das gängige Bild des Bauhauses hinsichtlich Innovation und Fortschrittsoptimismus prägt. Doch das historische Bauhaus sah sich schon früh mit zahlreichen Konflikten konfrontiert, die noch heute in der Kommerzialisierung und Trivialisierung zahlreicher Bauhaus-Ideen nachleben.

Auf dem Programm des Kurses stehen neben inhaltlichen Vorträgen Besuche der Bauhaus-Stätten in Weimar und Dessau (seit 1996 UNESCO-Kulturerbe).

Der Kurs eignet sich vor allem für Kunsthistoriker, Historiker, Kommunikationswissenschaftler.