Von der Weimarer Klassik über das Bauhaus zur Sozialen Plastik
Ästhetische Bildung im Horizont von Zukunftsfähigkeit
Kursleitung: Dr. Hildegard Kurt, und. Institut für Kunst, Kultur und Zukunftsfähigkeit Berlin
In Schillers Programm einer „ästhetischen Erziehung des Menschen“ gründet der „ästhetische Staat“ auf verlebendigter, schöpferischer Individualität. Als Naturforscher erkundet Goethe, wie der einzelne Mensch sich befähigen kann, an der Gemeinschaft alles Lebendigen teilzuhaben. Für Walter Gropius, Gründer des Bauhauses in Weimar, war Menschenbildung unverzichtbar für die angestrebte kulturelle Reform der Industriemoderne. Und Wassily Kandinsky, einer der ersten Meister am Bauhaus, verwies immer wieder auf die „innere Notwendigkeit“ als Ausgangspunkt allen zukunftsfähigen Gestaltens in der Welt. Aus eben diesem geistigen Strom schöpft auch die Idee der Sozialen Plastik (Joseph Beuys), der zufolge jeder einzelne Mensch befähigt und berufen ist, kreativ wünschenswerte Gesellschaften mit zu gestalten.
Worin liegt die – immer wieder auch widersprüchliche – Aktualität solcher Impulse für die Aufgaben unserer Gegenwart? Inwiefern braucht es ästhetische Bildung im Blick auf gesellschaftlichen Wandel? Von der Kunst her fragend, forschend, experimentierend ist dieser Kurs transdisziplinär. Er spricht jene Intelligenz des ganzen Menschen an, in der Ästhetik und Ethik sich miteinander verbinden. Daher bietet der Kurs neben Vorträgen, Textlektüre und Diskussionen die Möglichkeit, Methoden kennen zu lernen, die helfen können, persönliche kreative Potenziale zu aktivieren.
Wie nehme ich wahr? Auf welche Weise denke ich? Wie stehe ich in Beziehung zur Welt? Von solchen letztlich erkenntnistheoretischen Fragen aus werden im Kurs Formen eines vertieften Wahrnehmens, verlebendigten Denkens und des Austauschs jenseits von Meinungen und Urteilen erkundet. Aus solcher „ästhetischen Praxis“ können sich grundlegend neue Erkenntniswege öffnen – was dann immer wieder schon im Kurs selbst zu eigenen kreativen, Zukunft schaffenden Aktionen führt.
Zur Teilnahme eingeladen sind neben Studierenden Personen jeden Alters, die sich in ihrem jeweiligen Arbeitsfeld – ob Kunst, Bildung, Wissenschaft, in Nichtregierungsorganisationen oder der persönlichen Lebenspraxis – mit der Bedeutung von ästhetischer Bildung für eine zukunftsfähige Gesellschaft auseinander setzen.
Eindrücke von Teilnehmer/innen vergangener Jahre finden Sie hier.
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