Kurs E: „Anders, besser, weniger“ - Perspektiven eines nachhaltigen Wohlstandes?
Das Thema Nachhaltigkeit ist keine Erfindung unserer Zeit, sondern bereits seit dem 18. Jahrhundert in wechselnden Zusammenhängen präsent, auch und gerade in Weimar. Wenn wir im Rahmen unseres Kurses über nachhaltige Entwicklung sprechen, soll dies jedoch kein Schritt zurück in die vormoderne Zeit bedeuten, sondern als ein kulturelles Verständnis von Modernisierung gesehen werden, welches sich mit dem Gedankenerbe der Protagonisten der Weimarer Klassik auseinandersetzt. Gerechtigkeitsempfinden zu kultivieren heißt nicht nur sich mit der Frage der Teilhabe am ökonomisch-materiellen Wohlstand zu beschäftigen, sondern auch das Verständnis für Fragen der Chancengleichheit, der Erhaltung der Menschenrechte, der intergenerationellen Gerechtigkeit, der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern oder die Frage, wie die Gesellschaft mit Hilfsbedürftigen umgeht, mit einzubeziehen.
„Anders, Besser, Weniger“ wird im Dreiklang von Dematerialisierung, Naturverträglichkeit, Selbstbegrenzung gesehen, so wie es in der Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt, erschienen 2008, formuliert ist. Die Betrachtung von Nachhaltigkeit als Sozialprinzip und Gerechtigkeit im Sinne einer gerechten Teilhabe am Leben der Gesellschaft verstehen wir als Grundprinzipien für das Konzept eines nachhaltigen Wohlstandes. Dieser darf nicht nur materiell, sondern komplexer, sogar als ein Standardmaß für menschenwürdige Lebensqualität gedacht werden. Unser Kurs möchte weg von einem Appellcharakter, hin zu konkreten Überlegungen, Vorschlägen und Entwürfen, die als Norm für eigenes Handeln fungieren und mögliche Wege skizzieren können. In Gesprächen mit den Teilnehmenden über ihre Erfahrungen und Vorstellungen und in Fachdiskussionen mit eingeladenen Expertinnen und Experten soll ihre Tragfähigkeit kritisch hinterfragt und überprüft werden.